PM vom 13.7.2017

Hohe Nachfrage nach gewerblichem Bauland erfordert Vergabekriterien

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Welzheim ist weiterhin sehr rege. Zunächst eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort, entspricht es doch dem seit langem verfolgten Ziel, einen ausgewogenen Besatz prosperierenden Unternehmen anzustreben und damit vor Ort Arbeitsplätzen zu erhalten und zu schaffen.
 
Aktuell liegen der Stadt für das Gewerbegebiet Schwabäcker in Breitenfürst zehn Anfragen auf Ansiedlung vor. Diese beziehen sich auf eine Gesamtfläche von rund 1,3 ha. Die noch zum Verkauf stehende Fläche ist aktuell noch etwa 1,7 ha groß. „Die Stadt könnte aktuell also nahezu alle Grundstücke auf einen Schlag verkaufen“, so Wirtschaftsförderer Reinhold Kasian. Eine solche Vorgehensweise, der freihändige Verkauf bis alles weg ist, wäre für die Stadt sicher auch der einfachste Weg.
 
Für ein geplantes Baugebiet südlich der Landesstraße L 1150 (Reizenwiesen Süd) wurde ja im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie im Gemeinderat vorgestellt. Nachdem vor einer Realisierung zahlreiche Plan- und Rechtsverfahren durchlaufen werden müssen, ist davon auszugehen, dass diese Flächen erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen. Die Stadt stünde also mehrere Jahre im Extremfall ohne einen einzigen Quadratmeter Gewerbefläche da.
 
Um diese Zeit bestmöglich zu überbrücken hat der Gemeinderat nun eine Grundsatzentscheidung zur Vergabe von Gewerbebauland getroffen. Ziel ist es, den Verkauf von Flächen so zu steuern, dass immer ein Mindestmaß verbleibt, um attraktiven Unternehmen bzw. dringenden Nachfragen auch zukünftig ein Angebot machen zu können. Der bisherige freihändige Verkauf von Flächen nach Eingang der Anfrage ist damit nicht mehr möglich.
 
Die Stadtverwaltung erarbeitet nun für die Zukunft einen Kriterienkatalog, um Anfragen nach einem Punktesystem in eine Rangfolge zu bringen. Üblich sind etwa die Zahl der Arbeitsplätze, die Relation zur benötigten Fläche, Umsätze, Gewerbesteuer und anderes. Die Anfragen werden dann zunächst gesammelt und bewertet. Zu einem bestimmten Stichtag einmal jährlich wird über die Vergabe diskutiert und beschlossen.
 
Faktisch bedeutet dies, dass bis zur Erarbeitung des Kriterienkatalogs für das Gebiet Schwabäcker aktuell keine Grundstücke mehr vergeben werden. Allerdings behält sich der Gemeinderat in besonderen Fällen Einzelfallentscheidungen ausdrücklich vor.
 
Diese Betrachtung schließt im Übrigen alle zum Verkauf stehenden Grundstücke mit ein, also auch solche im Gewerbegebiet Reizenwiesen oder auch im kernstädtischen Gewerbegebiet. Dass angesichts der großen Nachfrage auch über die Preisgestaltung neu nachgedacht wird, ist eine logische Folge.





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