Neues aus der Stadt Welzheim

Stand der Digitalisierung in der Stadt Welzheim

In der zweiten Sitzung der gemeinderätlichen Digitalisierungs­kommission stellte die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Gemeinderats einen aktuellen Zwischenstand der digitalen Transformation von Infrastruktur, Einrichtungen und Dienstleistungen der Stadt dar.

Bedingt durch die Herausforderungen der Pandemie haben sich viele Prozesse beschleunigt. Dies betrifft vor allem das Arbeiten von städtischen Beschäftigten im Homeoffice sowie den notwendigen Einsatz von Video-Konferenzsoftware wie -hardware. Auch wurde die geplante städtische Präsenz auf den Social Media-Kanälen vorgezogen, angesichts ständig wechselnder Vorschriften schnell und niederschwellig zu informieren. Bei anderen geplanten Projekte musste der Zeitplan bedingt durch Corona aber auch etwas angepasst werden.

Die Digitalisierung der Schulen ist ein großer Baustein. Zunächst wurden im Jahr 2020 so schnell als möglich umfangreich Hardware für Schüler und Lehrer beschafft, damit der Online-Unterricht möglichst umfassend funktioniert. Die Beschaffungen waren teils mit sehr langen Lieferfristen verbunden. Insgesamt sind von den Bundes- und Landesmitteln für die Digitalisierung an Schulen von zugesagten 1,1 Mio. Fördermitteln aus insgesamt fünf Fördertöpfen bereits über 660.000 Euro bewirtschaftet. Neben der Hardware werden vom Bund bzw. Land auch Maßnahmen aus den Medienentwicklungsplänen sowie die personelle Administration der Schulen gefördert. Die Medienentwicklungspläne der fünf Welzheimer Schulen liegen mittlerweile alle in genehmigter Form vor, eine große Leistung der Schulen, die zusätzlich zu den pandemiebedingten Herausforderungen geschultert wurde. Die Stadtverwaltung hat sich hinsichtlich der Hardware und Haustechnik der Schulen einen ersten Überblick verschafft. Die Ergebnisse sind wie zu erwarten durchaus heterogen. Teils sind die Schulen bereits in einem sehr guten und zukunftsfähigen Zustand, teils gibt es erheblichen Nachholbedarf. Der nächste Schritt in diesem Bereich ist die Priorisierung und Definition von Projekten, die dann nach und nach umgesetzt werden. Der Bogen reicht dabei von der Verkabelung im Haus über die Beschaffung von Büro- und Computerausstattung, die zukünftig durch das Rathaus koordiniert wird. Auch die Netzwerkadministration für die Verwaltungsnetze soll auf Wunsch der Schulen vom Rathaus betreut werden. Die konkreten Umsetzungsschritte werden nach Erarbeitung dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Eine weitere Grundvoraussetzung der Digitalisierung ist nach außen für den Bürger nicht sichtbar, aber nicht minder wichtig. Zwischen den verschiedenen städtischen Einrichtungen und Verwaltungsstellen wird aktuell ein eigenes betriebliches Netzwerk aufgebaut. So können die Beschäftigten auch in Kindergärten oder im städtischen Bauhof direkt mit den städtischen Servern und Programmen arbeiten. Dieses Thema ist voll im Gange, bis zur vollen Vernetzung sind aber auch noch einige Meter Kabel in die Erde zu legen. Der Effekt danach ist desto größer: Nicht nur Datensicherheit und Administrierbarkeit wird dadurch erreicht, sondern auch der mobile Einsatz von digitalen Anwendungen etwa durch Hausmeister und anderen Kräften, die mobil arbeiten.

Ein auch für die Bürgerschaft direkt sichtbarer Baustein sind die online zur Verfügung stehenden Dienstleistungen des Rathauses. In Welzheim erbringt die Stadt um die 150 verschiedene Dienstleistungen, vom Pass über die Wasserversorgung bis zum Friedhofswesen. Bei der digitalen Abbildung dieser Services arbeitet die Stadt mit dem landeseinheitlichen Portal ServiceBW, um auf Sicht die Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes zu erfüllen. Der erste Schritt im Übergang ist zunächst die Beschreibung und Priorisierung der vielen Prozesse, danach die digitale Abbildung. Der Gang aufs Rathaus wird in verschiedenen Bereichen weiterhin entweder notwendig oder sinnvoll bleiben. Sei es bei komplexen Sachverhalten, die auch weiterhin besser in Präsenz besprochen werden, sei es etwa beim Ausweisdokument, aus Sorgfalts- und Sicherheitsgründen mit der persönlichen Präsenz verbunden ist.

Trotzdem: Die Dienstleitungen des Rathauses an der Bürgerschaft werden sich sukzessive wandeln, immer mehr Leistungen werden auch online zur Verfügung stehen. Die Verwaltung wird in diesem laufenden Prozess regelmäßig über Neuerungen informieren.

Und trotz aller Digitalisierung auch in Zukunft: die Menschen auf dem Rathaus sind weiterhin persönlich ansprechbar für die alle Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner.